Nun ist es wieder so weit. Deutschland hat endlich wieder ein zentrales Liebhabwesen, die prämortale Wiedergeburt des noch - aber bei weitem nicht mehr so süß weil groß, böse und fleischfressend- existierenden Eisbären Knut. Diesmal wird das flauschige weiße Wesen zärtlich “Flocke” genannt, vermutlich in Anlehnung an seine spätere Fähigkeit, einem das Blut in den Adern gefrieren zu lassen, sollte man mal zufällig und aus verschiedensten nicht näher zu klärenden blöden Zufällen allein mit ihr im Gehege verbleiben. Aber was steckt hinter dem aufkochenden Eisbären-Fanatismus?
Zuerst einmal möchte ich betonen, dass Flocke nicht erst das zweite inoffizielle Bundesaushängetier nach Knut ist, sondern bereits das dritte innerhalb weniger Jahre. Und bereits beim ersten der drei male mal traf es einen Bär. Die älteren mögen sich erinnern - Anno ‘06 führte uns ein Braunbär namens Bruno fast ins WM Finale durchstreifte ein Braunbär die bayrischen Wälder. Er wurde Bruno getauft und alle hatten ihn lieb. Denn: Wie Heribert Faßbender dereinst (sinngemäß) sagte: “So lange der Bär den Wald durchstreift, so lange bleiben wir in diesem Turnier”. Nichts desto trotz hatten doch nicht ganz alle den armen Bruno lieb. Denn Bruno hatte Hunger und verleibte sich hier und da ein Schaf ein. Folglich orderte die Bayrische Obrigkeit den Abschuss den Bären an. Selbst Skandinavische Bärenjäger-Spezialisten wurden geordert. Nun kam es wie es kommen musste. Der Bär wurde nach anfänglichem Straucheln in den Jagdbemühungen in der Woche nach dem Viertelfinale geschossen - und Deutschland scheiterte im Halbfinale.
Schicksal?
Wir Deutschen scheinen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und üben uns in Reuhe, indem wir nunmehr jedes Jahr die Periode des Bären feiern. Eine Zeit, in der ein junger Eisbär (passte vermutlich besser als Symbol) Messiasgleich zum Vermittler der Massen aufsteigt und das Volk emotional in Watte bettet eint.
Grundsätzlich ist das ja so auch gar nicht zu verteufeln, nicht wahr. Als Volk bedarf es eines Symboles, an dem es sich orientieren kann. Der Adler ist für diese Zwecke doch etwas ausgelutscht und warum dann nicht ein Bär?
Wohin auch immer uns das alles führen mag - Knut und die Eisbären-Manie haben es bereits gezeigt. Damit es auf Dauer nicht doch zu eintönig wird, schlage ich vor, wir machen ein echtes Spektakel draus. Zum Beispiel könnte man die Götter in Weiß doch nach Ablauf ihrer liebenswürdigen Halbwertszeit gegeneinander antreten und um die Gunst des gefeierndes Volkes ringen lassen. Der Sieger darf dann vor laufen Kameras in einem von Christo verhüllten Gehege den Emporkömmling für die nächste Saison zeugen - oder sowas in der Art.
Was meinen Sie?

Naja das mit dem “gegen einander antreten der beiden (knut/flocke) wird wohl nichts”
die werden sich wohl gleich in christos gehäge begeben.
[…] wie der Eisbär ist wohl auch der VW in gewisser Weise ein Symbol für uns Deutsche. Dabei lasse ich mal völlig […]